Autor: Maciej Małaj

Lesezeit: 10 Minuten

Tierisch erfolgreich mit Tierfotografin Wiebke Haas + Rabatt auf Musterprodukte und alle Kalender

Wie kann man erfolgreicher Tierfotograf werden, ohne wie ein Tier arbeiten zu müssen? Wiebke Haas, Tierfotografin, Coach und Buchautorin gibt eine gute Handvoll Tipps, wie man Marketing und Organisatorisches in der Branche meistern kann. 

Warst du einmal in einer Autowerkstatt? Ist dir schon mal aufgefallen, was da an der Wand hängt? Ja. Ein Kalender. Und zwar mit Bildern von Autos auf jeder Seite. Und warst du einmal beim Kunden im Stall oder im Kinderzimmer? Auch dort hängen Kalender und auf jedem Blatt werden ihre liebsten "Modells" abgebildet. 

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Schnupperphase: wie bereitet man ein Tier-Shooting vor?

Genauso wie ein Hund oder ein Pferd, der den neuen Ort erforscht, kümmert sich Wiebke zunächst darum, eine Schnupperrunde zu machen. Der Kunde meldet sich meistens per Mail oder Kontaktformular. Ein Telefonat folgt. Welcher Termin passt? War Wiebke noch nie in dem Stall wo das Shooting stattfinden sollte? Dann braucht sie so viel Vorwissen wie möglich: “Könnten Sie mir bitte alle Ecken des Stalls und die Umgebung filmen bzw. abfotografieren?”

 

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Jedes Pferd weiß es. Genauso wie jeder Tierfotograf. Es gibt bessere und schlechtere Weiden. Kein abgekautes oder zu kurzes Gras. Keine verbrannte Erde. Natur und keine Häuser im Hintergrund. Keine wilden Büsche direkt am Weidezaun, damit der Background entsprechend viel Perspektive bietet. Pferde tendieren nämlich dazu, dem Zaun entlang zu laufen.

All das sind ideale Voraussetzungen für ein gelungenes Shooting. Der Hintergrund muss stimmen, aber man arbeitet natürlich immer unter den bestehenden Umständen. Wichtig ist, dass man weiß, worauf man sich vorbereiten muss.

Anhand der Bilder kann Wiebke schon im Vorfeld entscheiden, welche Koppel am besten geeignet ist.

 

Zeit und Wetter: Nur im Hochsommer unter wolkenlosem Himmel?

Die Uhrzeit zählt. Wir werden jetzt nicht das Rad neu erfinden und erörtern, warum man nicht unbedingt in der prallen Sonne fotografieren sollte. Das wisst ihr Fotografen viel besser als wir Albenhersteller.

Wiebke fügt hier aber noch einen wertvollen Hinweis hinzu. Denn das heißt nicht, dass man erst am Abend anfangen sollte. Die Zeit, in der die Sonne noch etwas höher steht, kann man nämlich dazu nutzen, um sich mit dem vierbeinigen Model vertraut zu machen und die Orte mit der besten Perspektive zu finden. Ist es schon dunkel, sind die Lichtverhältnisse dahin und die Tiere total ausgepowert.

 

 

 

Darf die Koppel zum gewünschten Zeitpunkt ungestört genutzt werden? Die Sache des Kunden ist es, solche Dinge zu klären. Die Sache eines professionellen Fotografen aber ist es, ihn daran zu erinnern.

 

Outdoor Shooting mit Tieren. Das schaffe ich doch alleine. Oder?

“Keiner ist eine einsame Insel”, sagte der Philosoph Thomas Merton. Dieser Spruch gilt vor allem dann, wenn ein Tierfotograf ein Outdoor-Shooting organisiert. “Ich kann alles alleine schaffen” ist ein Ansatz, der vielen angehenden Fotografen in der Branche Schwierigkeiten bereitet.

 

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Man braucht ein Team. Ein paar Helfer, sei es seitens des Kunden oder von Fotografen mitgebracht. Diese können das Tier animieren, sie in eine gewünschte Richtung lenken, die Weide abstecken usw. Mit zwei Assistenten kommt man mit allem Drumherum gut zurecht.

Helfer braucht man aber nicht nur beim Shooting. Selbstständig heißt noch lange nicht “selbst ständig”. Zu einem bestimmten Zeitpunkt seiner Karriere steht jeder Fotograf vor dieser Frage. Möchte ich weiter alles selbst machen und mich zum Beispiel in Photoshop durch eine Unmenge an Bilder rackern, was mich schnell zum Burnout führen kann, oder sollte ich lieber solche Dinge outsourcen und mich der Tätigkeit widmen, die mir am meisten Spaß macht?

 

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Tierportraits, Standbilder, Actionbilder...

Zum Rendezvous kommt man fit, sauber, geduscht usw. In genauso einem guten Zustand sollte ein Pferd oder ein anderes Tier ebenfalls zum Shooting gebracht werden. Wir meinen es aber nicht tierisch ernst. Es gibt vielleicht doch einen kleinen Unterschied. Das Modell vor der Linse sollte auch satt sein. Ein Candle-Light Dinner fällt aus.

 

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Wiebke betont, dass die statischen Bilder und Portraitfotos in der Regel am besten ganz am Anfang stattfinden sollten. Wieso? Na stell dir mal vor, dass du als Person erst nach einer Laufrunde zum Portraitshooting eingeladen bist. Man sieht dann nicht mehr so attraktiv aus, oder? Und man hat auch weniger Lust mitzumachen. Was sollten dann erst die ausgepowerten Tiere dazu sagen? Na ja, wenn die Pferde sprechen könnten, würden sie bestimmt auch sagen: “Hü-ü-ü-ü, zunächst Portraitbilder, dann Standbilder und erst dann Action-, bzw. Reiterbilder”.

 

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Tatsächlich ist es ratsam, schon nach der ersten halben Stunde mit einer Portraitrunde fertig zu sein. Nach vielem Toben kommen Tiere oft ins Schwitzen und sind nicht mehr so konzentriert. Und im Prinzip, wenn du die Reihe, also die Agenda so mit dem Tierbesitzer besprichst, macht er selbst entspannter mit.

 

Die größte Herausforderung lautet….

Angehende Tierfotografen fragen sich manchmal, was die größte Herausforderung in ihrem Umgang mit Tieren ist. Wiebke beantwortet diese Frage etwas anders. Oft stellen die Tierbesitzer die größte Herausforderung dar. Und nicht weil sie irgendwie frech, wählerisch sind oder so. Nein. Sie bekommen einfach manchmal Angst, dass sich ihr Tier nicht ausreichend gut präsentiert. Und die Vierbeiner verspüren die Unsicherheit ihrer Besitzer.

 

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Deshalb ist das Vorgespräch unglaublich wichtig. Dann merken Herrchen oder Frauchen nämlich, dass es nicht darum geht, wieviel ihr Liebling leisten, oder was für Tricks es “performen” kann.

Ja, man hat nicht immer die Zeit, so ein lockeres Vorgespräch zu führen. Besonders bei Sammelshootings, wenn viele Tierbesitzer auf einmal kommen, ist das oft der Fall. Wie geht Wiebke damit um? Sie merkt sich die entspannten Menschen unter ihnen und versucht, gerade mit ihnen in erster Linie zusammenzuarbeiten. Im Endeffekt wird dadurch die Atmosphäre für alle lockerer.

 

Der Kunde ist kein König

Man sollte ein wenig Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten und Erfahrung mitbringen. Wenn du als Tierfotograf Selbstbewusstsein ausstrahlst, ist dein Kunde auch entsprechend entspannt. Strahlst du aber Stress und Verunsicherung aus, dann wird der Tierbesitzer auch irgendwie damit angesteckt.

 

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Selbstbewusstsein heißt: Ich habe meine Vision und berücksichtige das, was der Kunde wünscht, aber “sage nicht Ja und Amen zu allem, was er vorschlägt”. Du bist der Experte und nicht der Kunde!

Locations: schön und praktisch

Geht das Pferdeshooting nur am Stall? Auf keinem Fall. Wenn es schöne Landschaften im umliegenden Gebiet gibt, warum sollte man die dann nicht auch in Anspruch nehmen? Offenbar sollte man aber keine Orte wählen, wo die Laufwege länger als paar hundert Meter lang sind. Das würde das Shooting unnötig verlängern. Außerhalb des Stallgebäudes kann man mobile Weidezäune anlegen, damit Fluchttiere (Pferde gehören oft dazu) nicht fliehen.

 

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Tierfotograf oder Pferdeflüsterer?

Mit Erfahrung kommt eine gewisse Ruhe hinzu, stellt Wiebke fest. Unvorhersehbares kommt dann immer seltener vor. Man ist sich seiner Rolle sicher.

Du bist Tierfotograf und solltest einen gewissen Draht zu Tieren haben und gerne mit ihnen interagieren, klar. Aber das heißt nicht, dass du dich plötzlich verantwortlich fühlen musst, wenn das Tier mal spinnt oder so. Dein Fachgebiet ist die Tierfotografie. Du bist also kein Pferdeflüsterer oder Tierbehaviorist. Deshalb kann es durchaus auch mal so kommen, wie es bei Wiebke einmal der Fall war: Das Tier regte sich "tierisch" auf und das Shooting musste abgebrochen werden Der Fotograf muss sich deswegen gar keine Vorwürfe machen.

 

Preisgestaltung für Tierfotografen. Jung gewohnt, alt getan?

Als Wiebke ihre Karriere als Tierfotografin begann, war sie erst 20. Und mit 20 hat man wenig Ahnung davon wie man die Preise schlau gestalten sollte. Womöglich findet man jemanden, den man gut findet und schreibt die Preise ab. Oder man versucht, sehr günstig zu sein, um preislich attraktiv zu erscheinen.

In der Branche gibt es viele Mädels, die während ihrer Sommerferien ihre Shootings kostenlos, d. h. nur zum Füllen ihres Portfolios anbieten. Und ja, jeder hat ein Recht darauf. Eines muss man dabei aber beachten. Günstige Sessions sprechen sich unter Tierbesitzern schnell herum. UndTierbesitzer bekommen viele Anfragen von Fotografen die kostenlos fotografieren wollen.

 

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Erst mit der Zeit wird dem Fotografen aber klar: Ich verkaufe mich unter Wert. Ich muss mich realistisch einschätzen. Nicht zu wenig aber auch nicht zu viel verlangen. Leistungsgerecht. Man kann und soll von Einsteigern aber nicht verlangen, dass sie sich als professionell bezeichnen und dann Profi-Preise an den Tag legen. In der Regel wird man erst nach ein paar Jahren die Angst los, dass man zu hohe Preise ansetzt.

 

Wie kann ich mich dann realistisch einschätzen?

Günstige Preise heißt viele Kunden. Viele Kunden heißt weniger Zeit und mehr Hast. Somit kann die Leidenschaft fürs Fotografieren schnell verloren gehen.

Wie viel Zeit brauchst du insgesamt für das Shooting? Berechne die Vorbereitung, das Vorgespräch, Bildbearbeitung usw. dazu. Dann überlege dir einen Stundenlohn.

Bei Wiebke sieht das so aus: Für die gesamte Leistung braucht sie 4-5 Stunden. Der Kunde erhält etwa 5 Bilder und zahlt 400 EUR.

Bei Tierfotografen ist die Frage “wie kommuniziere ich eine Preiserhöhung” nicht so relevant, weil Kunden in der Regel nur ein- oder zweimal ein Shooting buchen.

 

 

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Wie setze ich mich durch?

Wie kann ich mich als Tierfotograf gegen viele Kollegen durchsetzen, die vom Preis her viel attraktiver sind? Konkurriere nicht mit dem Preis. Günstige Fotografen bekommen Kunden, weil sie günstig sind. Im Allgemeinen werden sie also wegen des Preises gebucht. Möchtest du auch gerade deshalb gebucht werden weil du so preiswert bist, oder vielmehr weil du einen bestimmten Stil hast, der bestimmte Kunden anspricht?

 

  • Bestelle die Fotoprodukte, die dir selbst am besten gefallen. Gerade die Tatsache, dass du professionelle Fotoprodukte anbietest, unterscheidet dich von sehr günstigen Fotografen. Wiebke schaut auf die Seite des Fotolabors und bestellt all das, was sie anspricht. Edle Fotoalben und Fotobücher sind ihre Favoriten. Tatsächlich sind solche Fotoprodukte ein Zeichen ihrer Professionalität.

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  • Entwickle deinen eigenen Stil. Das heißt aber nicht: Inspiriere dich nicht. Im Gegenteil. Wie hat Wiebke ihren Stil entwickelt? Sie ging nach Großbritannien. Tim Flach, einer der renommiertesten Tierfotografen der Welt war ihr Mentor. Er hat ihr viel beigebracht: Fine Art, Linien, Flächen, Kreativität, wie Bilder wahrgenommen werden und vieles mehr. 
  • Bewerbe nicht so sehr deine Person, sondern lass deine Bilder sprechen. Optimierte Website, SEO und das alles. Das ist natürlich wichtig. Wiebke kümmert sich aber in erster Linie darum, dass ihr Bilder über viele Wege durchs Netz geistern, dass sie sich viral verbreiten und ein großes Publikum finden. So ein Marketing transportiert dann keine “wie kriege ich endlich mehr Kunden” Mentalität. Menschen wollen keinen Verzweifelten buchen. “Ich versuche den Kunden locker zu lassen. Wenn mir am Anfang klar wird, dass die Chemie nicht stimmt, empfehle ich einen anderen Fotografen”, betont Wiebke.
  • Vernetze dich mit anderen Dienstleistern. Auch Verlage, Fotozeitschriften und Postkartenhersteller usw. brauchen immer wieder Tierfotos. Kontaktiere solche Unternehmer. Und wenn deine Bilder im Netz schon gut verbreitet sind, werden die Leute selbst auf dich zukommen. Es ist ja in ihrem Interesse, einen tollen Tierfotografen zu finden, nicht wahr?
  • Kümmere dich (nur ein wenig!) um deine Reichweite im Netz: Reichweite an sich ist nicht schlecht. Wenn man aber zu viel Wert und Aufwand darauf setzt, dass man ständig was publizieren muss, um vorne zu bleiben, kann man sich selbst total unter Druck setzen. Auch Tierfotografen droht die Mentalität: “Ich bin im ständigen Wettbewerb mit anderen”. “Ich mache mein Ding und mache es mit Hingabe und Leidenschaft” ist viel besser.

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WiebkeWiebke Haas ist staatlich geprüfte, professionelle Tierfotografin, die selbst mit Tieren aufgewachsen ist. Sie hat mehrere Fachbücher zum Thema Tierfotografie geschrieben, gibt Einzelcoaching, leitet Workshops und hat einen praxisbezogenen Kanal auf Youtube.

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