Autor: Maciej Małaj

Lesezeit: 8 Minuten

Als Fotograf verkaufsstark bloggen

Möchtest du als Berufsfotograf erfolgreich sein? Fotografieren reicht bei weitem nicht aus. Du musst dich auch mit Verkauf, Marketing und Kundenservice beschäftigen. Schreiben und Bloggen ist dabei nicht wegzudenken. Wie kann ein Fotograf einen erfolgreichen Blog führen? Während des Live Chats von nPhoto haben uns Kerstin und Paul Rockstein verraten, wie ihr Blog zu einem riesigen Kundenmagnet wurde.

Wenn du dich in der deutschen Fotografie-Szene etwas auskennst, mag es sein, dass “Rockstein Fotografie” das Erste ist, dass dir einfällt, wenn du über de Hochzeiten im Ausland denkst. Kerstin und Paul Rockstein haben innerhalb von 3 Jahren eine solide Marke aufgebaut. Ausgezeichnet mit mehreren Preisen sind sie mit vielen Paaren an allen Ecken der Welt unterwegs, um den Tag ihrer Trauung fotografisch festzuhalten.

Aber erst einmal der Einleitung willen: Braucht ein Fotograf eine Webseite?

Heutzutage ist so gut wie jeder in den Social Media aktiv. Wozu denn sollte ein Fotograf eine Webseite haben? Viele haben keine und sind trotzdem erfolgreich. Wie profitiert denn ein Einsteiger davon, dass er seine Internetseite aufbaut? Die Vorteile sind vielfältig:

Hauptseite Rockstein fotografie

Quelle: rockstein-fotografie.de/

Eine Internetseite kann man mit deiner Visitenkarte oder sogar Bewerbungsmappe verglichen werden. Dein Portfolio, deine öffentlich verfügbaren Galerien, deine Biografie und letztendlich dein Blog lassen sich zusammen in einer „Anlaufstelle“ präsentieren. So kann dein fotografisches Tun schöner und vielfältiger gestaltet werden, als wenn du es nur über Social Media zur Schau stellst. Der Content ist nicht so flüchtig wie bei Instagram und man muss nicht irre lange runterscrollen, um an die wichtigsten Infos bzw. Fotos zu kommen, wie es auf Facebook manchmal der Fall ist. Auch für die Wenigen, die kein Konto auf Facebook oder Instagram haben, wird deine Webpräsenz außerhalb von Social Media leichter auffindbar. Auf deiner eigenen Internetseite kannst du ausführlicher auf dein Spezialgebiet eingehen. Für Kerstin und Paul war die Homepage “ein Sprungbrett, um überhaupt gesehen zu werden und jetzt ist sie “eines der Zahnräder an denen sie arbeiten”.

Natürlich geht es nicht darum, nur die Internetseite zu pflegen. Selbstverständlich gehören Facebook und Co dazu. Mt deiner Webpage wirkst du aber professioneller. Das trifft auch auf die URL zu, die auf deiner Visitenkarte zu finden ist. Im Allgemeinen wird auch dadurch mehr Traffic generiert.

Wie fängt man mit dem Blog an?

Schreibe über solche Themen, die dir selbst Spaß machen. Manuela betonte, dass du auch “eine wenigstens kleine Affinität zum Schreiben” brauchst. Wenn du dich damit schwer tust, so wird sich auch dein potentieller Kunde mit dem Lesen genauso schwer tun. Sonst ist es manchmal besser, diese Aufgabe outzusourcen.

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Menschen sind immer stärker visuell orientiert. Deshalb versuche, in den ersten zwei – drei Sätzen eine kurze Zusammenfassung zu redigieren. Dabei sollte eine gewisse Frage bzw. ein Problem angesprochen werden, damit sich der User zum Weiterlesen animiert fühlt.

Sobald du auf deinem Blog mehrere Artikel zu verwandten Themen hast, verlinke sie miteinander. Zum einen verbessert das dein Ranking bei Google und zum anderen sorgt das für längere Verweildauer des Kunden auf der Seite. Im Idealfall kann sich der Leser, wie es Paul schön formulierte „vom Beitrag zum Beitrag über die gesamte Homepage hangeln“, was wiederum auch bei Google gut ankommt.

Worüber sollte man als Fotograf schreiben?

Die grundlegende Frage lautet dabei: Worüber möchten deine potentiellen Traumkunden lesen?

Kerstin und Paul Rockstein haben für sich eine konkrete Antwort gefunden. Im Prinzip decken sie zwei Themen ab. Zum einen beschreiben sie ihre Hochzeiten. Jeder Blogartikel dieser Art ähnelt einer Reisereportage und bildet ein kohärentes Zusammenspiel von Texten und Bildern.

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Hochzeitsreportage von Rockstein Fotografie. Quelle: rockstein-fotografie.de/

Zum anderen bieten sie den Paaren konkrete Tipps und Tricks rund um das Thema Hochzeit. Getting Ready, Verhalten in der Kirche, Musik und vieles mehr gehören dazu. Unter den Ratschlägen sind auch Hinweise darauf zu finden, wie man dem Fotografen den Job erleichtern und im Endeffekt noch schönere Bilder bekommen kann.

rockstein hochzeit kirche tipps

Ein Foto zum Thema Tipps für Hochzeitspaare in der Kirche. Quelle: rockstein-fotografie.de/

Zudem sorgen andere Dienstleister aus der Branche für Gastbeiträge. Der Blog wird dadurch attraktiver und lebendiger. Der Anbieter ist zufrieden, weil er kostenlose Werbung bekommt. Eine echte Win-Win Situation, nicht wahr?

Was tippen die Verlobten bei Google ein, wenn sie sich über eine bestimmte Location erkundigen möchten? Es kommen die Wörter wie „Hochzeit“ oder „Heiraten“, der Name des Ortes und dann werden oft Phrasen wie „Preise“, „Kosten“, „Bewertung“, „Erfahrungsberichte“, „Essen“, „Termine“, „Kapelle“, „standesamtlich“ usw vor. Du kannst nämlich als Fotograf über die Locations gefunden werden indem du auf bestimmte Stichwörter zurückgreifst. Da sich manche Hochzeitshäuser um die Optimierung ihrer Webpräsenz nicht allzu sehr kümmern, hast du dann relativ wenig Konkurrenz. Und die Location profitiert sowieso davon, dass sie in deinem Beitrag erwähnt wird.

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Warum Wordpress?

Du brauchst gar kein Informatiker zu sein, um - technisch gesehen - einen professionellen Blog auf die Beine zu stellen. Es reicht, dass du dich an die Tipps hältst, die unsere Gäste für dich vorbereitet haben. Als Einstiger, der sich zudem im Webdesign nicht auskennt, hast du mehrere kostengünstige Baukastensysteme zur Verfügung, darunter Wix, SimpeSite, Site123, Webflow usw. Alle Website-Builder, die wir hier erwähnt haben genießen unter Profis einen guten Ruf und bieten sowohl kostenlose als auch gebührenpflichtige Lösungen. Sie sind gut geeignet, wenn man die ersten Schritte in die Selbstständigkeit wagt. Nach ein paar Jahren steigen viele Fotografen auf Wordpress um. Diese Alternative ist zwar etwas teurer, bietet aber mehr Flexibilität bei der Gestaltung deines Webauftritts. Wichtig: Die Rede ist von wordpress.org, nicht wordpress.com!

Gutenberg ist ein neuer Editor von Wordpress, der die ganze Verarbeitung wesentlich erleichtert. Zahlreiche kostenlose und bezahlte Plugins lassen den Gestaltungsprozess und das sich daraus ergebende Nutzererlebnis optimieren. Wordpress ist wie eine Suppe. Du kannst die Zutaten beliebig hinzugeben und vermischen. Das Rank Math Plugin zeigt dir, ob der von dir verfasste Text bzw. Absatz SEO-freundlich ist. Ist der ganze Text zu kurz, ein Satz zu lang, fehlt es an Stichwörtern, oder hast du es damit übertrieben – all das bekommst du beim Schreiben angezeigt. Instant Indexing sorgt dafür, dass neue Beiträge sofort von Google erfasst werden. Mit Envira Gallery kannst du eindrucksvolle, mobilfreundliche Galerien gestalten. Akismet ist ein bewährtes Anti-Spam Zusatzmodul, mit lazysizes lässt sich die Ladezeit von Bildern reduzieren, weil die Grafik direkt über die Browser geladen wird, was deinen Server entlastet. Und und und...

fOTOGRAF BLOG IDEEN

Das sind nur Beispiele. Es gibt zwar eine Unmenge an Plugins, aber es empfiehlt sich, nur ein paar zu installieren. Sorge dafür, dass du dich für gut gerankte und neulich aktualisierte Plugins entscheidest. Besonders viele brauchst du nicht. 20 oder 30 Plugins würden das ganze Zeug verlangsamen und potentielle Sicherheitslücken entstehen lassen. Vergiss dabei nicht, regelmäßige Updates durchzuführen.

Was ist ein ALT-Text?

Ein ALT-Attribut bzw. ALT-Tag ist ein Text, der angezeigt wird, wenn ein bestimmtes Bild nicht geladen wird. Ist die Internetverbindung schlecht, treten Fehler auf dem Server auf bzw. ist der Betrachter sehbehindert, so wird die Grafik von einem vorgegebenen Text ersetzt. Wordpress legt jedem Bild ein spezielles Feld bei, wo du den gewünschten Text eintragen kannst. Wenn du keinen ALT-Text eingibst, überlässt du der künstlichen Intelligenz von Google die Entscheidung, wie ein bestimmtes Bild beschrieben wird. Freilich entspricht die Beschreibung von Google nicht immer unseren Erwartungen.

Beim ALT-Attribut spielen die Keywords zwar natürlich eine wichtige Rolle, aber wenn man alle Bilder auf der einzelnen Seite mit dem gleichen ALT-Text versieht bzw. in dem „Optimierungseifer“ jeden ALT-Tag mit demselben Wort wie „Hochzeitsfotografie“ beginnt, so kann man von Google mit Herabstufung bestraft werden. Wie Paul es scherzhaft formuliert hat, kann man die Seite auch “kaputt optimieren”. Es geht natürlich wiederum nicht darum, sich gar nicht zu wiederholen. Trotzdem gilt hier: Je vielfältiger, desto besser. Wenn man eine Datei hochlädt, enthält ihr Name in der Regel eine lange Nummer. Wenn du sie nicht mit einem sinnvollen ALT-Text ersetzt, bleibt sie bestehen und wird von Google abgewertet. Im Idealfall ersetzt man also auch den Dateinamen durch einen suchmaschinenrelevanten Text.

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So einfach ist es, den Alt-Text bei Wordpress einzustellen. /

Jeder muss seine eigene Balance zwischen Text und Bildern finden. Es gibt keine allgemeingültige Formel dafür. Zwar füllen manche erfolgreichen Fotografen ihre Blogbeiträge ausschließlich mit vielen Bildern, aber im Prinzip ist es für die Suchmaschinen optimaler, und auch zum Beispiel für das Paar, das ihre Hochzeit plant, von höherem Wert, wenn zumindest ein wenig Text drin steht. Ist das auf dem Bild dargestellte Setting erklärungsbedürftig, so kann man eine kurze Beschreibung verfassen, aber es kommt bei den Usern optisch nicht wirklich gut an wenn jedes Bild beschriftet wird.

Wie oft sollte man neue Blogbeiträge veröffentlichen?

Je öfter man postet desto besser. Schreiben ist natürlich zeitaufwendig. In erster Linie ist es deshalb wichtig, die Beiträge regelmäßig zu veröffentlichen. Man kann die auftragsschwache Zeit außerhalb der Saison nutzen um ein wenig „auf Vorrat“ zu schreiben und dann die Veröffentlichung zum Beispiel in wöchentlichen bzw. zweiwöchentlichen Abständen zu planen, damit all das im Nachhinein ohne dein Zutun geschieht. Schau dir deine Zielgruppe an. Wann lesen sie am liebsten? Das Fotografenpaar von Rockstein Fotografie hat sich dafür entschieden, ihre Beiträge an jedem Sonntagvormittag zu promoten. Sie merkten nämlich, dass ihre Zielgruppe solche Inhalte am liebsten am Wochenende liest, und zwar nachdem sie aufgewacht und in aller Ruhe gefrühstückt haben. Das ist aber nur ein Anhaltspunkt. Jeder muss für sich recherchieren, was für seine Zielgruppe funktioniert. Wie oft soll man denn bloggen? Es gibt keine pauschale Antwort darauf. Auf jeden Fall ist das regelmäßige Posten ein positives Signal an Google, dass auf dem Blog immer wieder etwas los ist. Mit Regelmäßigkeit kann man allmählich ein großes Publikum erreichen. Die Leser freuen sich schon erwartungsvoll auf jeden nächsten Beitrag, weil sie genau wissen, wann er ins Netz gestellt wird. Dein Blog wird immer bekannter und folglich bekommst du immer mehr wertvolle Backlinks von externen Quellen.

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Man kann auch versuchen, die Roboter von Google etwas auszutricksen. Dazu dient ein Wordpress Plugin mit dem Namen Back Post Update. Mit diesem kleinen Tool lassen sich die alten Beiträge erfrischen indem ihr Publikationsdatum in die nahe Vergangenheit verlegt wird.

Sind Kommentare wichtig?

Unter jedem Artikel von Kerstin und Paul gibt es einen Share-Link zu Facebook, Pinterest und zum Kontaktformular. Man macht Shootings, bearbeitet die Fotos, spricht mit den Kunden und für die ständige Verfolgung aller sozialen Kanäle bleibt dann wenig Zeit übrig. Deshalb haben sie sich bewusst dafür entschieden, keine Kommentare zuzulassen. In den Kommentaren werden oft Fragen gestellt, die einer raschen Antwort bedürfen. Bekommen sie alle wichtigen Fragen über ein einziges Formular, können sie entsprechend schnell darauf reagieren. Zudem “kann man übers Formular ganz viele Sachen abfragen, die sie sonst im Kommentar nicht geschrieben hätten”. Und das ist von recht großer Bedeutung, denn knapp die Hälfte aller Anfragen, die bei ihnen ankommen, ergeben sich aus dem Link zum Kontaktformular, der unter jedem Blogartikel zu finden ist.

Beim Kontaktformular empfiehlt es sich, so viele Informationen wie möglich zu erfragen, damit man ausreichend viele Kontaktdaten hat und auch etwas über die Erwartungen des potentiellen Kunden erfährt. Wird nur nach einer E-Mail Adresse gefragt, entsteht das Risiko, dass sich der Kunde vertippt, was dann die Kontaktaufnahme deutlich erschwert.

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Quelle: rockstein-fotografie.de/

Es empfiehlt sich immer, von den Besten abzuschauen. Obwohl Rockstein Fotografie eng gesehen keinen Fotografie-Blog an sich führen, sondern die Anregungen und Impulse für Hochzeitspaare bereitstellen, gehört ihr Werk laut Google zu den 20 besten deutschen Fotografie-Blogs. Wir gratulieren und bedanken uns bei Kerstin und Paul für die kostbaren Insights! :) Schau dir ihren Blog an und lass dich inspirieren! Viel Spaß beim Bloggen!

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